
Ein koloriertes Foto aus
dem Jahr 1909: In dieser Form existiert der Rumpelbach
noch heute. Sogar Holz gesägt wird noch, allerdings nur
für den Eigenbedarf. Links daneben entstand viel später
ein neues Wohnhaus. Früher soll sich dort eine
Sommerlaube befunden haben.
Es ist der jüngste Ortsteil
der Grenzgemeinde: Erst 1875 entstand der Rumpelbach
am heutigen Standort. Im Jahr 2000 schlug damit für den
kleinen, nur zwei Häuser und sechs Einwohner zählenden
Weiler der 125. Geburtstag zu Buche. Über die Zeit davor
schweigen sich die Annalen aus, obwohl nur rund 200 Meter
entfernt früher eine Mühle existierte.
Schon von weitem ist fröhliches Kinderlachen zu hören.
Woher es kommt offenbart sich Wanderern und Spaziergängern
- der Oberpfalzweg führt direkt am Rumpelbach vorbei -
erst, wenn er die Lichtung im Flossenbürger Wald betritt.
Unterhalb des alten und des neuen Wohnhauses befindet
sich rundum von hohen Bäumen umgeben ein Spiel- und
Jugendzeltplatz.
Seine Bezeichnung hat er - ebenso wie der Ortsteil - vom
gleichnamigen Bach. Rumpelbach heißt das Gewässer
erst ab hier und nur bis zum Gaisweiher. Weiter oben
speisen das Kreuzstein- und das Aschbächl den Lauf. Das
interessiert die Buben und Mädchen aber herzlich wenig.
Für sie ist es wichtig, im Wasser zu plantschen, eine
Wurst ins Lagerfeuer zu halten oder sich an den Spielgeräten
auszutoben. Der dementsprechende Lärmpegel gehört dazu
und stört wegen der Abgeschiedenheit auch niemanden.
Leise war es am Rumpelbach auch in zurückliegenden
Epochen nur selten. Vermutlich schon vor der
Jahrhundertwende - nachweislich aber erst kurz danach -
existierte nordöstlich der Grenzgemeinde eine
Ausflugsgaststätte. Auf einem Foto aus dem Jahr 1903 lässt
sich sogar noch das Schild Restauration Rumpelbach
erkennen.
Zu sehen ist genauso eine Momentaufnahme vom Handwerk das
hier heimisch war und das den Bewohnern zum täglichen
Brot verhalf. Für den Betrieb eines Sägewerkes wurde
die Wasserkraft genutzt. Der Rumpelbach trieb die Gatter
an und ermöglichte es, die angelieferten Stämme zu
Brettern und Balken zu verarbeiten. Gleichzeitig wurde
auch noch Getreide zu Mehl gemahlen.
Noch weitaus interessanter ist ein kleines Gebäude im
Bildhintergrund. Dort befand sich früher die Säge.
Erkennen lässt sich sogar der künstlich angelegte
Kanal, über den das Wasserrad versorgt wurde.
Offensichtlich reichte aber das Produktionsvolumen nicht
mehr aus, am heutigen Standort wurde ein neues Werk
errichtet. Erzählungen berichten davon, dass das alte
Anwesen dann dem Feuer zum Opfer fiel. Ein Brandstifter
soll sein Unwesen getrieben haben.

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Die mächtigen
Überreste des ersten Sägewerks. Mitten im Wald
stehen diese Granitmauern. Die Geschichte des
angeblich durch Brandstiftung zerstörten Gebäudes
liegt im Dunkeln. |
Heute ist beim Blick hinab ins
Tal von dem Vorgängergebäude nichts mehr zu sehen.
Dichter Wald versperrt die Sicht. Überreste - und das in
einem imponierenden Ausmaß - gibt es aber dennoch.
Zwischen den Bäumen finden sich meterhohe Granitmauern,
kunstvoll in Trockenbauweise aufgeschichtet. Erkennen lässt
sich genauso der Gebäudeteil, in dem sich ein mächtiges
Wasserrad gedreht haben muss.
Warum das Gelände entlang des Rumpelbaches unter
Naturschutz steht, wird wenige Meter weiter deutlich.
Wildromantisch oder auch idyllisch
- Attribute, die für dieses Fleckchen Erde uneingeschränkt
zutreffen. Dabei kann sich der Bach aber auch ganz anders
zeigen. In den 80er-Jahren passierte es gleich zwei Mal,
dass Regenfälle das ansonsten friedlich dahinplätschernde
Gewässer in reißende Fluten verwandelte. Nur knapp
entging der Weiler einer Katastrophe.
Ob es am Rumpelbach, so wie in vergangenen Jahrzehnten,
jemals wieder die Gelegenheit zu einer gemütlichen
Einkehr geben wird, weiß Besitzer Alfons Riedl noch
nicht: Der Gedanke spukt zumindest im Hinterkopf
herum. Die Flossenbürger und Gäste aus nah und
fern würde es sicher freuen. Viele erinnern sich noch
gerne daran, wie schön es am Rumpelbach war.
Sommerfeste, die Einkehr bei einem Spaziergang oder ein
geselliger Frühschoppen gehörten zum gesellschaftlichen
Leben im Ort. Allerdings gab es auch noch einen weiteren
Grund, warum der Aufenthalt dort so beliebt war. Früher
hatte kaum jemand ein Auto und die Tanzpartnerinnen
mussten von den Burschen zwangsläufig durch den Wald
begleitet werden. Wer gern rumpeln moch, der gait
am Rumpelboch, dieses eindeutig zweideutige
Sprichwort hat sich bis heute erhalten.
Warum der Ortsteil Rumpelbach beziehungsweise das Gewässer
aber tatsächlich so heißen, darauf weiß niemand eine
endgültige Antwort. Es bleibt nur die Vermutung, dass es
mit den Geräuschen zusammenhängt, die der Bach auf
seinem Weg durch das steinige Bett von sich gibt. Wer
genau hinhört, soll das Rumpeln nach wie vor hören können.
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Den
Feierabend auf der Terrasse des 1875 errichteten
Wohn- und Betriebsgebäudes genießen und dem
Rumpeln des Rumpelbaches zuhören... |
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